Austrått Schloβ

Austrått ist ein kleiner Ort eine kurze Autoreise von Brekstad entfernt. Die Gröβe und der alte Reichtum sind sehr präsent, als wir über den Hofplatz fahren und das Schloβ vor uns sehen. Austrått ist eine Perle, auf die die Ortsgemeinschaft sichtbar stolz ist und das Schloβ beheimatet heute ein Museum. Noor Knutsen ist unser Guide und er erzählt enthusiastisch über Austrått und Frau Inger.

– Frau Inger besaβ den Hof von Austrått um 1500. Sie war eine der mächtigsten Frauen Norwegens jener Zeit und besaβ 1/6 der Bodenfläche hier im Land, erzählt Noor.

Meine Gedanken kreisen um die Namen Austrått und “fru Inger”. Da war doch irgendetwas? Ach, ja! “Fru Inger til Austrått” – Henrik Ibsen hat dafür gesorgt, dass fru Inger und ihr Eigentum auch auβerhalb historischer Kreise bekannt geworden sind. Im Geschichtsbuch ist sie keine Unbekannte. Als Norwegens erste Adelsdame und wegen ihrer zetnralen Rolle bei der Einführung der Reformation im Jahre 1537. Nachdem wir den Hof und das Schloβ passiert haben, kommen wir zur Abfahrt Richtung Austrått Fort. Hier wird eine ganz andere Geschichte erzählt.

Austrått Fort – ein zweigeteiltes Erlebnis

Süd-küste_Ørland_Austrått Fort_Photo: Runa EggenEs ist schwierig, das was wir vor uns sehen in Worte zu fassen. Etwas in dieser Art habe ich noch nie gesehen. Es sieht aus wie eine riesige Kanone. Das Austrått Fort ist ein Küsten-Fort und wurde von den Deutschen während des Zweiten Weltkrieges gebaut.

– Das ist der Kanonenturm des deutschen Schlachtschiffes ”Gneisenau”, erzählt Noor Knutsen. Das Schiff erlitt im Jahre 1942 einen Schaden und da bestimmten die Deutschen, dass der Kanonenturm nach Austrått sollte. Die Absicht, die dahinter steckte, war, die Einfahrt des Trondheimfjordes zu beschützen.

Es ist ein sehr zweigeteiltes Erlebnis, das Fort Austrått zu besichtigen. Hier gibt es die “schönste Aussicht der Welt”. Aber eben auch einen sehr markanten Beiweis für die furchtbaren Dinge, die hier im Zweiten Weltkrieg geschehen sind. Gleichzeitig beeindruckt mich das Bauwerk. Wir gehen in den Kanonenturm. Es geht fünf Etagen herunter in den Berg und wiegt über 800 Tonnen.

– Viele Besucher kommen nur nach Austrått, um das Fort zu besichtigen. Es ist ein wichtiger Teil der Geschichte und einzigartg in Europa. Und der Kanonenturm in Austrått ist der einzige noch erhaltene seiner Art. In der ganzen Welt!

Natur pur

All diese historischen Erlebnisse sind eingebettet in eine phantastische Natur. Fosen und die Gemeinde Ørland strahlen Ruhe und Frieden aus. Hier kannst Du entspannen und Deine Batterien in einer freundlichen Natur wieder aufladen. Die Berge sind rund und moderat, und laden Aktivurlauber jeden Alters zu einer Tour ein. Der höchste Berg in der Gemeinde Ørland ist der ”Osplikammen” mit gerade einmal 280 Höhenmetern. Herrlich! Du wanderst und vermeidest jeglichen Kontakt mit der Höhenangst. Noor genieβt auch gerne die Natur in seiner Heimatgemeinde.

– Überleg mal, wie einfach es hier ist, die Natur zu erleben! Und zwar nicht nur für die Einwohner, sondern auch für diejenigen, die in Trondheim leben. Sie können einfach morgens das Boot ab Brattøra nehmen. Eine Stunde später ist man schon angekommen und das behagliche Landleben kann beginnen. Hier kannst Du radeln, wandern oder Austrått erleben, die “Sjøgata” in Uthaug entlang spazieren oder einfach das besondere Licht genieβen, das hier herrscht.

Stadt und Land sind gute Nachbar. So können auch die, die Zeit in Fosen verbringen auf unkomplizierte Art und Weise einen Abstecher nach Trondheim machen.

Runa Eggen, 20.09.2012