Spannende Läden bieten außergewöhnliche Ware … man muss ganz einfach hereinspazieren!

Das Zentrum in Røros hat etwa 4000 Einwohner. Eine kleine Ortschaft und man denkt vielleicht automatisch, es gäbe nur ein paar Läden und wenig Auswahl. Fehlanzeige! In den historischen Häusern befinden sich moderne Unternehmen. Die Ortschaft mit großartiger Natur als nächstem Nachbar ist kein langweiliges Dorf. Eher im Gegenteil: Røros bietet einmalige Erlebnisse. Das UNESCO Welterbe heißt Willkommen!

UNESCO Welterbe

Der Ortskern besteht aus zwei parallelen Straßen, „Kjerkgata“ und „Bergmannsgata“. Die bunten Holzhäuser sind ein echter Blickfang. Enge Gassen verbinden die Straßen und hier auf Entdeckungstour zu gehen, macht ganz einfach Spaß. Røros steht auf der Liste der UNESCO Welterbe und die Spuren der Bergwerksgeschichte sind bis in die heutige Zeit sichtbar. Zum Beispiel sind die großen Berge der Abfallprodukte der Kupferschmelze deutlich zu sehen – und bieten ein spannendes Panorama.

Spannende Auswahl

Die Läden in Røros haben andere Namen und sie bieten eine gute Auswahl an Produkten aus Nordeuropa, Norwegen und aus der Region. Darunter schicke Klamotten und Schmuck sowie ausgefallene Souvenirs und hübsche Gebrauchsgegenstände für den Alltag.

Ich besuche den Klamottenladen „Det Gule Huset“ (das gelbe Haus). Die Besitzerin Inger Klæboe leitet das Geschäft seit 20 Jahren. Mit anderen Worten: sie kennt sich gut aus. Sie zeigt mir den Laden und die schönen Produkte. Sie macht mit sicherer Stimme und Hand eine Führung von Regal zu Regal.

– „Wenn wir die Geschichte zu den Kleidungsstücken und den Schmuckstücken wissen, bekommen sie auch einen größeren Wert für uns“, sagt Inger.

Wir schauen uns die schönen Kleider der Marke Himalaya an. Eine deutsche Frau ist die Besitzerin dieser Marke und sie stellt arme Frauen in Indien an, damit sie auf eine gute Art und Weise ein wertvolles Leben führen können. Ich sehe auch handgestrickte Taschen aus Neapel, farbenfrohe Kaschmirschals, Schmuck aus Norwegen, pinke Dr. Martens Schuhe und tolle Kleider der norwegischen Marke Tulip Tatamo. Eine bunte Auswahl, im wahrsten Sinne des Wortes.

Handwerksprodukte

Wolle, Silber und Keramik sind keine Fremdwörter in Røros. Ein Erlebnisladen, der wirklich einen Besuch wert ist, ist „Potteriet Røros“ (die Töpferei der Stadt). Hier sind Werkstatt und Geschäft unter einem Dach. Hier können Besucher hereinspazieren und live miterleben, wie Becher, Tassen und Teller feste Form annehmen.

– „Unsere Dekorations-Abteilung ist bis 13.30 Uhr tätig, und es macht Spaß zuzugucken, wie das Geschirr Farbe und Muster erhält“, sagt Geschäftsführer und Töpfer Robin Schellenberg.

Die Wolldecken aus Røros müssen auch eine Erwähnung bekommen. Røros ist für die tollen Wolldecken bekannt, Røros-Tweed. Allerlei Farben und Muster, dazu Wolle fantastischer Qualität. Die Decken gibt es in vielen Geschäften. Immer lohnenswert ist es, das Factory-Outlet in der Fabrik zu besuchen.

Köttbullar, Rentier und Lamm

In Røros ist es fast Pflicht das alte Kafé „Kaffestuggu“ zu besuchen – das älteste Lokal der Bergbaustadt. Hier ist viel Geschichte zu entdecken, zum Beispiel, wenn man die Wandgemälden studiert, die die Geschichte der Stadt darstellen. In „Kaffestuggu“ werden Traditionsgerichte wie Sauerrahmbrei und hausgemachte Köttbullar serviert. Aber auch Kaffee, Kuchen und Waffeln. Ich esse eine Waffel, denn das Mittagessen habe ich für ein bisschen später im Lokal „Schankebua“ geplant. Hier gibt es eher moderne Speisen, wie Salat mit Aïoli und Kaffee Latté.

Aber es kann keinen Besuch in Røros geben, ohne die regionale Küche zu testen. Der Delikatessenladen „Sølviks Delikatesser“ hat eine gute Auswahl an Mitbringsel für zu Hause zu bieten. Zum Beispiel Rentierwurst, Elchwurst, Butter, Sauerrahm (rømme) und Käse. Es bietet sich auch an, den Abend bei kulinarischen Köstlichkeiten vergehen zu lassen. Das Lokal „Vertshuset Røros“ bietet Røros-Spezialitäten. Ich beende meinen ersten Bummeltag in Røros mit köstlichem Lamm, das sein kurzes aber glückliches Leben im Nachbarsdorf verbracht hat und genehmige mir dazu ein Bier aus der eigenen Brauerei.

Morgen ist ein neuer Tag  – und auch den werde ich genießen.

Runa Eggen, 15112013